Zwei Jobs (Arbeit in der Zahnarztpraxis + Referentin bei praxisDienste) und Social Media Content Creator
Neben meiner Tätigkeit als Referentin habe ich einmal pro Woche weiterhin in einer Praxis in Schongau gearbeitet. Das war mir wichtig, ich wollte nicht nur Theoretikerin sein. Die Zeit mit den drei Jobs war brutal anstrengend. Finanzielle Anreize? Kaum. Ich hatte einmal sogar Steuerklasse 6 – und damit quasi für nichts gearbeitet. Mit dem damals noch 450 Euro steuerfreien Minijob ließ sich der Verdienst dann finanziell irgendwie regeln. Lukatriv war das aber nicht … zeitintensiv schon!
Es kamen die neuen Paro-Richtlinien – mit neuen Abläufen, Regeln, Abrechnungspflichten. Alles fühlte sich plötzlich komplizierter an. Der Spaß an der Patientenbehandlung wurde von organisatorischem Druck überlagert.

Mein Behandlungszimmer in der Zahnarztpraxis in Schongau, 2021
Plötzlich war alles anders –Ruhe. Zeit. Stillstand.
Im Lockdown stellte ich mir zum ersten Mal wirklich bewusst die Frage:
Wie geht es mir eigentlich mit den Jobs?
Ist die Intensität gesund?
Mit dem Stillstand kam zum ersten Mal Ruhe in meinem Leben. Ich reiste nicht mehr quer durchs Land – vorher war ich ständig unterwegs. Keine Wochenendseminare, keine Reisen mehr. Präsenzunterricht war nichtmehr möglich. Wir haben bei praxisDienste schnell reagiert und eine Online-Plattform aufgebaut. In einem Team von vier DHs entwickelten wir digitale Inhalte, zeichneten Videos auf, organisierten neue Abläufe. Es war spannend – und intensiv. Ich machte viele Überstunden.
Ich arbeitete viel, nach dieser intensiven Zeit zeigten meine Chefs viel Verständnis – und ermöglichten mir zwei Monate bezahlten Urlaub. Ich nutzte die Zeit, um nach Costa Rica zu reisen. Nicht zum Aussteigen, sondern um ehrenamtlich zu arbeiten und gleichzeitig Abstand zu gewinnen. Abstand von meinem Alltag, meinem Tempo, meinem Dauer-Hustle.

Instagram Beiträge von Costa Rica, 2021
In Costa Rica begegnete ich vielen spannenden Menschen – darunter auch einige, die sich kritisch mit dem Corona-System auseinandergesetzt haben. Manche waren ausgewandert, andere auf der Suche nach alternativen Lebensweisen. Es waren Gespräche, die mich nicht immer überzeugt, aber zum Nachdenken angeregt haben. Nicht alles davon teile ich – aber sie haben mir geholfen, meinen eigenen Blick zu schärfen. Ich fing an, mehr Fragen zu stellen. Über unser System, unsere Routinen, unser Tempo. Über Leistung und Anpassung. Über Freiheit.
Ich begann, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Vieles kam in Bewegung. Ich war zurück aus Costa Rica, hatte mein Denken verändert und spürte klarer denn je: Ich will nicht zurück in das alte Hamsterrad.

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